Aufschwingen in den Handstand
von Jirco Cesal

 

Thematische Gliederung

1. Stunde: Aufschwingen in den Handstand

2. Stunde: Aufschwingen in den Handstand und Abrollen

3. Stunde: Aufschwingen in den Handstand in einer Übungsverbindung
 
 

Sacherschließung
 

Aus dem Stand setzt der Schüler das Abdruckbein einen knappen Schritt nach vorn, beugt dieses und setzt in derselben Entfernung die Hände schulterbreit mit leicht gespreizten Fingern auf dem Boden auf. Das Schwungbein schwingt kräftig nach oben, wenn der Oberkörper nach unten geht. Diese Bewegung wird ohne Unterbrechung bis zur Senkrechten fortgesetzt, während das Abdruckbein erst nach dem Aufsetzen der Hände den Boden verlässt und zum Schwungbein aufschließt. Die Arme sind gestreckt, der Kopf ist leicht in den Nacken genommen und der Blick ist auf die Hände gerichtet. Im Handstand ist der Körper möglichst gestreckt.
 

Ziele
Intentionen

  • Die Schüler erfahren, dass das Körpergewicht mit den Armen getragen werden kann.
  • Die Schüler erfahren, dass in "umgekehrter Körperstellung" die Kontrolle über den Körper nicht verloren gehen muss.
  • Die Schüler kräftigen die Rumpf- und Armmuskulatur.


Stundenziel

    Die Schüler sollen aus dem Stand selbstständig in den Handstand aufschwingen und mit Partnerhilfe einige Sekunden in dieser Stellung verharren.
Teillernziele Die Schüler

TLZ 1: üben das Aufschwingen mit Schwungbein- und Abdruckbeinimpuls.

TLZ 2: betrachten eine Bildreihe und können die folgenden Bewegungskriterien benennen:

  • Hände schulterbreit aufsetzen
  • Hände zeigen mit gespreizten Fingern nach außen
  • Blick zu den Händen
  • Streckung des gesamten Körpers.
TLZ 3: können die Hilfestellung ausführen, dabei sind folgende Kriterien zu beachten:
  • Klammergriff an beiden Oberschenkeln
  • Die Beine des Übenden so früh wie möglich erfassen
  • Beim Absenken die Hand einer Hilfestellung in den Hüftwinkel des Turnenden legen.

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Rahmenplanbezug
 

Vorläufiger Rahmenplan für Unterricht und Erziehung in der Berliner Schule, S. 31.
 
 

  • Didaktisch-methodische Vorüberlegungen
  • Methodische Grundkonzeption
  • Die Partnerhilfe ist von entscheidender Bedeutung für den Turnenden, ohne diese Hilfe ist er nicht in der Lage einige Sekunden im Handstand zu stehen. Deswegen ist es wichtig die Schüler gleichzeitig auf die Hilfestellung und deren Kriterien hinzuweisen und diese anzuwenden.

    Kriterien für die Helfer:

    • Die Hilfen stehen immer seitlich vom Turner
    • dem Turnenden entgegengehen
    • Klammergriff oberhalb des Knies
    • im Handstand den Turnenden stabilisieren
    • den Turnenden nicht hochziehen, wenn dieser die Bewegung nicht ausführen kann
    • beim Absenken den Turnenden in den Hüftwinkel fassen.
    Söll weist darauf hin, dass ein Helfer ausreichend sei, da zwei Helfer dazu neigen den Turnen hochzuziehen. Ich habe mich für zwei Helfer entschieden, um den Schülern ein sicheres Gefühl zu geben, wenn beide Oberschenkel im Klammergriff stabilisiert werden.

    Wenn der Helfer bemerkt, dass der Turnende nicht in den Handstand schwingen kann, dann soll der Helfer nicht an den Oberschenkel fassen und den Turnenden hochziehen.

    Die Helfer halten ihre "Armwand" über den Händen des Turnenden und geben den Turnenden dabei das Gefühl, dass er nicht überschlagen kann.

    Die Sch sollen folgende Bewegungskriterien nennen uns turnen können:

    • Hände schulterbreit aufsetzen
    • Hände zeigen mit gespreizten Fingern nach außen
    • Blick zu den Händen
    • Streckung des gesamten Körpers.
    Eine Differenzierung findet statt, indem die Schüler einmal in den Handstand aufschwingen und die Hilfestellung über den Klammergriff erfolgt, zweitens die Schüler gegen eine "Armwand" als Hilfestellung turnen und drittens gegen eine "Armwand" turnen und anschließend abrollen und einen Strecksprung ausführen (Übungsverbindung).

    Zusatzimpulse bei möglichen Fehlern:

    Mögliche Fehler
    Maßnahmen
    Der Abstand zwischen Fuß und Händen ist zu gering. Bodenmarkierungen
    Undynamischer Schwungbeineinsatz  Nach hinten führen des Schwungbeins vor der eigentlichen Bewegung
    Der Sch sackt in den Armen beim Stützen ab. Der Sch besitzt nicht genügend Stützkraft. è Stützen von einem kleinen Kasten (Füße auf dem Kasten).

     
      Literatur
        • Knirsch, K.: Gerätturnen mit Kinder, Knirsch-Verlag 1996 (8. Aufl.)
        • Knirsch, K.: Gerätturnen mit Mädchen und Frauen, Knirsch-Verlag 1996
        • Medler, M. / Räupke, R.: Gerätturnen im 5. / 6. Schuljahr
        • Seminarliteratur
        • Söll, W.: Sportunterricht Sport unterrichten, Schorndorf 1997
      Verlaufplanung
    Zeit / Phasen
    Geplanter Unterrichtsablauf
    Medien / Sozialform
    Erwärmungsphase
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     

    10 min

    Die Sch, die sich zuerst umgezogen haben und in der Halle erscheinen, bauen die Geräte auf. 

    Begrüßung.

    Allgemeine Erwärmung: Die Sch laufen frei nach Musik in der Halle. Der L gibt Kommandos :"Arme kreisen oder Anfersen."

    Spezielle Erwärmung: Beim Musikstopp verharren die Sch in ihre augenblickliche Körperhaltung.

    Die Sch suchen sich einen Partner. 

    1. Der eine Sch spannt seinen Körper an und lässt sich nach vorne fallen. Der andere Sch fängt ihn auf und schiebt ihn wieder in den aufrechten Stand (rückwärts fallen lassen).

    2. Der eine Partner stellt sich auf eine Bank, der andere stellt sich mit dem Gesicht zu ihm vor die Bank, streckt die Arme nach oben und stellt sich auf die Fußspitzen. Der Partner auf der Bank drückt leicht die Arme in Richtung Boden nach unten. Die Sch üben abwechselnd in einer 3er Serie.

    3. Schüler legen sich auf dem Bauch quer über eine Bank. Auf die Bank wird eine Matte gelegt. Die Sch strecken den Körper und halten Balance.

    FU

    8 Matten

    DK: Die allgemeine Erwärmung dient der Anregung des Herzkreislaufsystems. Die spezielle Erwärmung konzentriert sich hauptsächlich auf die Muskeln, die im folgenden besonders beansprucht werden, das wären z.B. die Schulterpartie und die Arm- und die Rumpfmuskulatur für die Körperspannung.
    1. Erarbeitungsphase
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     

    5 min

    Ein Sch stellt sich in die Mitte der zusammen gekommenen Sch, er setzt in Schrittlänge einen Fuß auf. Dann legt er in Schrittlänge die Hände auf den Boden. Nun soll der Sch das Schwungbein nach oben führen. Das Abdruckbein bleibt knapp über den Boden. 

    Die Sch finden sich zu dritt zusammen, dabei sollen die Partner von gleicher Größe und Kraft sein.

    Die Sch üben diesen ersten methodischen Schritt. Die Partnern achteten darauf, dass der Übende nicht überschlägt und das der Abstand der Hände und der Füße der Vorgabe entspricht.

    Phasenziel: Erfahrung in der Balance halten und der Kopfunterhaltung.

    GA

    Matten, Bodenmarkierungen
     
     
     
     
     
     
     
     

     

    DK: Dieser erste methodische Schritt ist dafür zuständig, dass die Sch eine erste Balance erfahren und feststellen wie weit sie das Schwungbein in die Höhe bringen können. Das Gefühl zu überschlagen ist fast ausgeschlossen, da das Abdruckbein sich kaum vom Boden entfernt. Weiter machen die Sch Erfahrungen mit der Kopfüberhaltung. 
    2. Erarbeitungsphase
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     

    5 min

    Der L gibt ein Signal. Die Sch kommen im Kreis zusammen. Ein Sch macht den zweiten methodischen Schritt für alle vor. Dieser ist dem ersten ähnlich. Der Unterschied besteht darin, dass das Abdruckbein dem Schwungbein nachzieht, so dass das Schwungbein zuerst auf dem Boden aufsetzt und die Bewegung wie ein Scherenschlag aussieht. Die Partner sichern so ab, dass kein Überschlag möglich ist.

    Bewegungskriterium: In der "Schere" Beine parallel führen.

    Phasenziel: Längere Stützphase las bei 1.

    GA

    Matten

    DK: Die Sch erreichen fast eine Körperstreckung. Die Stützphase ist verlängert und nähert sich somit an den Handstand an. 
    3. Erarbeitungsphase
     
     
     
     
     
     
     
     

    5 min

    Der dritte Schritt ist wie der zweite, nur das die Bewegung aus dem Stand erfolgt. Die Partner sichern ab, so dass kein Überschlagen möglich ist. Die Sch, die keine saubere Beinführung haben wiederholen den 2. methodischen Schritt.

    Bewegungskriterium: Schwung holen durch zurückführen des Schwungbeins

    Phasenziel: Größeren Schwung aus dem Stand umsetzen können.

    GA,

    Matten, Boden-

    Markierungen

    DK: Das Aufschwingen in den Handstand wird fast geturnt. Bodenmarkierungen sollen dem Sch helfen, die Bewegung nicht zu eng auszuführen. Aus dem Stand hat der Sch viel mehr Schwung. Um ein Überschlagen zu verhindern, wird nur die "Schere" geturnt.
    4. Erarbeitungsphase

    10 min

    Die Sch kommen an einer Wandseite zusammen. Der L demonstriert den Sch ein Phasenbild .Er markiert die wichtigsten Merkmale der Bewegung und erläutert mit den Sch zusammen die Bewegungshilfe an einem weiteren Bild.  FU, 

    Phasenbilder

    Stift

    DK: Die Sch können sich nach den Anstrengungen kurz erholen. Es kommt zu keiner Überlastung. Für die nächste Phase ist es wichtig die Bewegungskriterien heraus zu arbeiten und die gelernten Kriterien dabei nicht zu vernachlässigen. Zusätzlich kommt der Hilfestellung eine besondere Bedeutung zu, die thematisiert werden muss. 
    Sicherungsphase
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     

    5 min

    Die Sch setzen die erlernten Kriterien um, indem sie vorgemacht werden und die anderen Sch beurteilen. 

    Die Sch üben das Aufschwingen in den Handstand mit Partnerhilfe. Sch die sicher im Handstand stehen, turnen gegen die "Armwand" oder in einer Übungsverbindung (Handstand abrollen).

    Bewegungskriterien: 1. Blick auf die Hände, 2. Hände sind gespreizt, schulterbreit aufgesetzt und zeigen leicht nach außen, 3. Körperspannung.

    GA,

    Matten, Boden-

    markierungen

    DK: Die Zielübung wird unter besonderer Berücksichtigung der Hilfe geturnt. Kaum ein Sch ist in der Lage den Handstand ohne Hilfe zu turnen, deswegen kommt es besonders auf die richtige Hilfe der Partner an.