André Olbricht


Unterrichtsentwurf

vorgelegt im Rahmen der Zweiten Staatsprüfung für das Lehramt der Primarstufe im Fach Sport - 4. Schuljahr

 
      Thema der Unterrichtsreihe:
Vielfältige Bewegungsaufgaben mit dem Ziel, die kooperativen Handlungskompetenzen zu erweitern.   Thema der Unterrichtsstunde:   "Achtung Hochwasser!
Wie können wir uns gemeinsam mit Hilfe der leeren Getränkekästen auf die andere Seite retten?"
- Eine Unterrichtsstunde mit der Absicht, strategisches Handeln in der Gruppe zu fördern.

 
 
 



 
 
 
 
    2. Unterrichtsziele:

Übergeordnetes Lernziel:

Die Schüler sollen in Gruppen Strategien entwickeln und erproben, um sich gemeinsam sicher und ökonomisch auf leeren Getränkekästen fortzubewegen.

Dabei sollen sie

  • ihre kooperative Handlungsfähigkeit beim Planen und Durchführen innerhalb der Gruppe erweitern (sich absprechen, dabei argumentieren und begründen, anderen zuhören, Berührungsängste abbauen). (sozial-kognitives Lernziel)
  • verschiedene Ideen ausprobieren und auf deren Effektivität hin überprüfen. (kognitives Lernziel)
  • ihre materialen Bewegungserfahrungen durch den unkonventionellen Umgang mit Getränkekisten erweitern. (pragmatisches Lernziel)

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    3. Unterrichtlicher Zusammenhang:

    Der didaktische Schwerpunkt der Unterrichtsreihe ist als ein allgemeines Lernziel des Sportunterrichtes in der Grundschule zu bezeichnen. Zur Erweiterung der Kooperationsfähigkeit der Lerngruppe werden dabei vielfältige Aspekte von Zusammenarbeit thematisiert.

    In der ersten Stunde der Reihe wurden mögliche Berührungsängste thematisiert und besprochen, denn das Steigen auf einen Kasten mit möglichst vielen Kindern erforderte hauptsächlich körperliche Zusammenarbeit und physische Nähe. Das gemeinsame Klettern auf einen Berg ("Sozialberg") hatte zum Ziel, Vorgehensweisen und Hilfsstrategien für das Handeln in der Gruppe zu planen und diese Planungsschritte festzuhalten. So sollten die Kinder sensibilisiert werden für die möglichen Schwierigkeiten beim gemeinsamen Entwickeln von Handlungsstrategien.

    Überblick über die Unterrichtsreihe:

  • "Wie viele Kinder passen auf einen kleinen Kasten?" - Eine Unterrichtsstunde zum spielerischen Abbau von Berührungsängsten.
  • "Wir klettern gemeinsam auf einen Berg" - Eine Unterrichtsstunde mit dem didaktischen Schwerpunkt, kommunikative und soziale Kompetenzen zur Lösung von Bewegungsaufgaben innerhalb einer Gruppe zu fördern.
  • "Achtung Hochwasser! Wie können wir uns gemeinsam mit Hilfe der leeren Getränkekästen auf die andere Seite retten?" - Eine Unterrichtsstunde mit der Absicht, strategisches Handeln in der Gruppe zu fördern.
  • "Gefängnisausbruch!" - Eine Unterrichtsstunde mit dem Ziel, die kooperative und strategische Handlungsfähigkeit zu erweitern.

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    4. Bedingungsfeld:

    4.1 Personaler und sozialer Entwicklungsstand

    Die Klasse 4a besteht aus 23 Kindern ( 13 Jungen / 10 Mädchen). Ich unterrichte die Klasse seit dem 2. Schulhalbjahr 1996/97 im Fach Sport. Hier zeigten sich die Kinder stets sehr motiviert. Spiele und Bewegungsaufgaben wurden freudig aufgenommen und mit großer Kompetenz durchgeführt.

    Der soziale Entwicklungsstand der Lerngruppe ist geprägt durch einen starken Zusammenhalt innerhalb der gesamten Klasse. Es bestehen allerdings vereinzelt Berührungsängste zwischen Mädchen und Jungen. Dies ist alters- beziehungsweise entwicklungsbedingt und hat zur Folge, daß sich zur Gruppenarbeit oft reine Mädchen- oder Jungengruppen bilden. Eine Beeinträchtigung im Unterricht oder eine negative Beeinflussung des Klassenklimas ist dadurch allerdings nicht festzustellen.
     

    Beobachtetes Verhalten:
    Unterrichtliche Konsequenzen:
    Bei der Lerngruppe handelt es sich im motorischen Bereich um eine weitestgehend leistungshomogene Klasse. Der allgemeine motorische Entwicklungsstand erscheint mir altersgemäß. Einzige Ausnahme ist S. . Er ist korpulent und seine Bewegungsmöglichkeiten sind dadurch eingeschränkt.
    Durch Differenzierungsaufgaben und individuelle Hilfestellung sammelte S. immer häufiger Erfolgserlebnisse, die ihn Spaß und Freude am Sportunterricht haben lassen. Eine Differenzierung erfolgt in dieser Stunde dadurch, daß verschiedene physische Voraussetzungen der Gruppenmitglieder (wie z.B. verschiedene Körpergrößen) bei der Planung einer Strategie berücksichtigt werden müssen.
    S. und R. sind sehr kreativ und selbstbewußt. Sie neigen dazu, eigene Vorstellungen und Ideen spontan zu verfolgen, ohne andere Vorschläge abzuwarten.
    Die Art der gestellten Bewegungsaufgabe erfordert eine Zusammenarbeit der gesamten Gruppe. Beide müssen lernen, ihre eigenen Bedürfnissen innerhalb der Gruppe zurückzustellen (Erweiterung der Interaktionsfähigkeit hinsichtlich der Ambiguitätstoleranz).
    Einige Kinder haben möglicherweise Schwierigkeiten, den Gesprächsinhalten über die Vorgehensweisen zu folgen.
    Die medialen Hilfen (Plakat und Demonstration) unterstützen visuell die Gesprächsbeiträge in der Demonstrations- und Imitationsphase.
     
    4.2 Arbeitsmethodischer Entwicklungsstand

    Der Sportunterricht wurde bisher weitestgehend offen gestaltet. Die Kinder nutzten die vielfältigen Lernchancen und zeigten dabei ein hohes Maß an Eigenverantwortung und Selbständigkeit. Vorher vereinbarte Regeln wurden meist eingehalten oder auch kritisch reflektiert. Daraus resultieren auch die sozialen Kompetenzen der meisten Schüler.

    Erfahrungsgemäß motivierten besonders Aufgaben, die problemlösendes und kreatives Handeln ermöglichten. Die Schüler entwickelten hier oft originelle und ungewöhnliche Lösungen.
     

    Beobachtetes Verhalten:
    Unterrichtliche Konsequenzen:
    Die Gruppen benötigen wahrscheinlich unterschiedlich viel Zeit für die Entwicklung einer Strategie.
    Im Sinne einer qualitativen und quantitativen Differenzierung werden Gruppen, die schnell mit Hilfe einer Strategie auf die gegenüberliegende Insel gelangt sind, aufgefordert, mit einer anderen oder einer variierten Vorgehensweise zur Startinsel zurückzukehren. Eine zusätzliche qualitative Differenzierung könnte die Wegnahme einer weiteren Kiste sein (5 Kinder mit nur 3 Kisten). Eine Reflektion dieser Lösung würde aus Zeitgründen nicht in dieser Stunde erfolgen..
    K. war in den letzten Tagen oft generell unmotiviert und brachte dies durch störendes Verhalten zum Ausdruck. 
    Die gestellte Aufgabe und das eingesetzte Material besitzen einen hohen Aufforderungscharakter. Sollte K. sich dadurch nicht motiviert fühlen, werde ich ihn bitten, seine Unlust zu begründen. Prinzipiell sollten jedoch andere Kinder nicht durch Störungen bei ihren unterrichtlichen Erfahrungen beeinträchtigt werden. Weiterhin möchte ich niemanden zum "Sport treiben" zwingen, also besteht für K. die Alternative, passiv am Sportunterricht teilzunehmen.
     
    4.3 Sachstrukturelle Voraussetzungen

    Strategisches Handeln wurde im bisherigen Sportunterricht von den Kindern oftmals unbewußt durchgeführt. Gewürdigt wurde dies innerhalb von Demonstrationsphasen, eine bewußte Reflexion von Strategien erfolgte dagegen selten.

    In Bezug auf den sachstrukturellen Entwicklungsstand müssen die Kinder für die heutige Stunde folgende Voraussetzungen mitbringen, die bereits in den vorhergehenden Unterrichtsstunden angebahnt wurden:

  • selbständiges Problemlösen
  • ein hohes Maß an sozialer Kompetenz und Kooperationsbereitschaft
  • koordinative Fähigkeiten, wie die kinästhetische Differenzierungsfähigkeit und die Gleichgewichtsfähigkeit.
  • Beobachtetes Verhalten:
    Unterrichtliche Konsequenzen:
    Es ist möglich, daß einige Gruppen keine eigene Strategie zum Lösen der Bewegungsaufgabe finden.
    Das eigene Planen muß nicht zwingend erfolgreich sein, damit Kinder in ihrem taktischen Handeln gefördert werden. Selbst wenn eine Gruppe die Handlungsstrategie einer anderen Gruppe übernimmt und diese einsetzt, handelt sie strategisch, denn sie geht nach einem (fremden) Plan vor. Sollte sich andeuten, daß eine Gruppe gar keine Lösung findet, werde ich sie auf die mögliche Imitation einer Strategie hinweisen, damit auch diese Schüler das positive Erlebnis der gemeinsam bewältigten Aufgabe haben.
    Möglicherweise entstehen innerhalb einer Gruppe Konflikte bei der Entwicklung einer Strategie.
    In der unmittelbar vorhergehenden Stunde wurden mögliche Schritte für das Planen innerhalb einer Gruppe erarbeitet und auf einem Plakat festgehalten. Auf dieses Plakat kann bei beobachtbaren Schwierigkeiten hingewiesen werden. Dieses visuelle Hilfsmittels ist problembezogen: "Problembezogene statt lösungsbezogene Hilfen erhalten die Offenheit der Problemsituation und verhindern vorzeitige Eindeutigkeit." (Brodtmann, S. 15).
    Nicht alle Kinder besitzen die gleichen koordinativen Fähigkeiten. 
    Durch die offene Aufgabenstellung ist es möglich, eine Strategie zu entwickeln, die die Fähigkeiten aller Gruppenmitglieder berücksichtigt. 
    Leere Getränkekästen wurden im bisherigen Sportunterricht noch nicht eingesetzt. Die Schüler besitzen also keine materialen Vorerfahrungen bezüglich des unkonventionellen Einsatzes dieses Alltagsgegenstandes.
    Der ungewohnte Einsatz der Getränkekisten soll die Schüler motivieren und möglicherweise auch zum kreativen Umgang mit weiteren Alltagsgegenständen anregen. Auf die Gefahren beim Bewegen auf den Kästen muß allerdings zu Beginn der Unterrichtsstunde unbedingt hingewiesen werden. 
    Möglicherweise wird es Schüler geben, die versuchen werden, mit Hilfe von Rutsch- und Hüpfbewegungen die Aufgabe alleine zu lösen.
    Diese Schüler berücksichtigen nicht, daß die Aufgabe gemeinsam gelöst werden soll. Sie werden darauf hingewiesen, daß dies also keine zulässige Lösung ist.
     
     

    5. Sachanalyse:

    5.1 Einordnung des Unterrichtsgegenstandes

    Der didaktische Schwerpunkt dieser Unterrichtsstunde, die Förderung strategischen Handelns, ist keinem speziellen Sportbereich zuzuordnen. Anhand einer Bewegungsaufgabe, die von der ganzen Gruppe gemeinsam gelöst werden soll, werden die Kinder in ihrem strategischen Handeln gefordert und gefördert. Die darin enthaltenen Lernchancen sind von großer Bedeutung, auch weit über den Bereich des Sports hinaus.
     
     

    5.2 Analyse des Unterrichtsgegenstandes

    Unter einer Strategie versteht man im allgemeinen ein "geplantes Vorgehen". Dabei versucht man, eine bedeutungsvolle, zukünftige Situation oder Aufgabe zu analysieren und verschiedene, mögliche Vorgehensweisen zu antizipieren. Sinn und Zweck dieses Planens ist es, eine effektive Vorgehens- und Verhaltensweise zu entwickeln, die zu einem vorher definierten Ziel innerhalb der Situation oder Aufgabe führt.

    Eine besondere Bedeutung für das Entwickeln und Erproben möglicher Handlungsstrategien hat für Kinder das Spielen. Hier kann eigenes Handeln und Verhalten folgenlos ausprobiert werden ("try and error"). Dieser spielerische Aspekt wird innerhalb der vorliegenden Unterrichtskonzeption berücksichtigt, da die Kinder die Möglichkeit erhalten, eigene und die Ideen anderer Gruppen auszuprobieren, ohne dabei Konsequenzen zu erfahren (z.B. Sieg oder Niederlage). Auch im Bereich des Sports ist sehr oft strategisches Handeln zu erkennen. Sowohl in den Mannschaftssportarten, wie auch in Einzeldisziplinen, werden Situationen und mögliche Reaktionen durchdacht und häufig auch im Training vorher erprobt ("Taktikschulung").

    Inwieweit eine Strategie effektiv ist, ist von verschiedenen Faktoren und Bedingungen abhängig. Prinzipiell muß aber mit einer effektiven Strategie ein vorher definiertes Ziel erreicht werden können. Weitere Kriterien für die Effektivität einer Handlungsstrategie können die Ökonomie, die Sicherheit, die Generalisierbarkeit oder die Schnelligkeit sein. Letztgenanntes ist besonders für Kinder ein wichtiges Merkmal. Deshalb ist es vielleicht notwendig darauf hinzuweisen, daß die schnellste Strategie nicht unbedingt die beste sein muß, beispielsweise weil sie nicht sicher genug ist.

    Von Bedeutung für die Planung dieser Stunde ist die Tatsache, daß für das Entwickeln von Strategien innerhalb einer Gruppe sehr hohe soziale Kompetenzen erforderlich sind. Während eine Einzelperson eine Strategie speziell für seine eigenen Ansprüche wählen kann, und dabei auch lediglich seine eigenen Fähigkeiten berücksichtigen muß, sind innerhalb einer Kleingruppe verschiedene Individuen sowohl am Planungsprozeß, als auch an der Durchführung beteiligt. Dies erfordert von den Mitgliedern der Gruppe sehr hohe soziale Kompetenzen, wie beispielsweise Absprachen treffen, Kompromisses schließen, eigene Ideen einbringen (Selbstbewußtsein), eigene Bedürfnisse zurückstellen, anderen zuhören, argumentieren und begründen können. Durch die Forderung innerhalb der Aufgabe erfolgt auch eine Förderung dieser Kompetenzen.
     
     

  • Analyse der Repräsentationsmittel
  • 5.3.1 Bewegungsaufgabe

    Eine zentrale Funktion zur Erreichung der Ziele dieser Stunde hat die geplante Bewegungsaufgabe. Sinngemäß lautet sie: "Rette dich gemeinsam mit deinen Mitschülern und mit Hilfe der Getränkekästen von einer Insel zu einer anderen Insel vor dem Hochwasser!". Aufgrund der Aufgabenstellung ("Rette dich gemeinsam....") hat kein Kind die Möglichkeit, die gestellte Aufgabe alleine zu lösen, sondern es ist auf die Kooperation anderer Kinder angewiesen. Dieses wiederum erfordert das Absprechen möglicher Vorgehensweisen. Zur Verfügung stehen den Gruppen bei einer Gruppengröße von fünf Kindern jeweils nur vier Kisten. Dies macht eine gemeinsame Planung aller Gruppenmitglieder zwingend notwendig.

    Zur Lösung dieser Aufgabe gibt es prinzipiell folgende Möglichkeit:

    Die Schüler stellen sich jeweils einzeln auf ihren Getränkekästen hintereinander auf. Auf die letzte Kisten steigen zwei Schüler. Rückt jetzt jeder Schüler einen Kasten weiter vor, beziehungsweise die beiden hinteren Kinder zwei Kisten weiter vor, stehen vorne und hinten jeweils zwei Schüler auf einem Kasten und der letzte Kasten ist frei. Der freie Kasten muß nun entweder mit dem Fuß oder mit der Hand herangeholt und nach vorne weitergereicht werden. Wenn der Kasten vorne angekommen ist, steigen alle Schüler einen Kasten weiter. Dies wird nun bis zum Ziel fortgesetzt.

    Diese Vorgehensweise kann nun variiert werden. Sie könnte zum Beispiel auch mit jeweils zwei Kästen parallel erfolgen, so daß zwei, beziehungsweise drei Schüler gleichzeitig auf einem Kasten stehen und zwei Kästen frei sind. Sie haben so die Möglichkeit, gleich zwei Kisten weiter nach vorne zu stellen.

    Zusätzlich wäre auch noch eine akustische Unterstützung zur Koordination der Bewegung der Gruppe durch Rufen oder Zählen denkbar. Vielleicht werden die Kinder auch noch andere Ideen entwickeln.

    Eine besondere Schwierigkeit stellt der Anfang jeder Strategie dar, denn die Schüler müssen erst einmal von ihrem Ausgangspunkt (der Matte oder "Insel") ihre Gruppe auf den Kisten hintereinander anordnen, um sich dann mit oben beschriebener Vorgehensweise fortzubewegen. Auch hier ist geplantes Handeln und eine vorherige Absprache erforderlich.

    Wichtig für den Unterrichtsschwerpunkt ist, daß alle Möglichkeiten eine Planung innerhalb der Gruppe erfordern. Man muß sich auf eine Strategie einigen, sich absprechen, wer anfängt, oder wie weit die Kästen auseinander stehen dürfen, damit jeder Schüler von einem Kasten zum nächsten gelangt, ohne daß der Kasten rutscht oder kippt. Aufgrund der labilen Kisten wird hier auch die kinästhetische Differenzierungsfähigkeit und Orientierungsfähigkeit der Schüler gefördert. Weiterhin erfordert diese Bewegungsaufgabe, daß die Schüler sich gegenseitig helfen, festhalten, Rücksicht aufeinander nehmen und sich den Bewegungen der Partner anpassen. In dem Moment, wo Schüler zu zweit oder zu dritt auf einem Kasten stehen, erfordert die Handlung neben Gleichgewichtsfähigkeit auch Übersicht, Absprache und rücksichtsvolles Verhalten. Die geplante Bewegungsaufgabe bietet also Lernchancen hinsichtlich des didaktischen Schwerpunktes, sozialer Kompetenzen und materialer Bewegungserfahrungen.

    Welches nun die effektivste Lösung für eine Gruppe ist, hängt von der Zusammensetzung der Gruppe ab. Hierbei spielen Aspekte wie die Sicherheit ("Wie hoch ist das Risiko, daß ein Gruppenmitglied ins Hochwasser fällt?"), die Bewegungsökonomie ("Wie viele Teilschritte führen zum Ziel?") und die Geschwindigkeit ("Wie schnell können wir uns fortbewegen?") einer Vorgehensweise eine Rolle. Jede Gruppe sollte mindestens zwei Varianten erproben, um herauszufinden, welche Möglichkeit letztendlich für sie die günstigste ist. Zudem werden die Schüler dadurch in ihrer strategischen Kompetenz hinsichtlich der gestellten Bewegungsaufgabe gefördert.

    5.3.2 Leere Getränkekisten

    Getränkekisten werden sicherlich selten als Sport- oder Spielgerät eingesetzt. Sie eignen sich meiner Meinung nach gut zur Bewältigung der geplanten Bewegungsaufgabe dieser Unterrichtsstunde, da sie leicht und gut zu greifen sind. Die Kinder können so ohne große Anstrengung mehrere Strategien ausprobieren. Die leeren Getränkekisten bieten hier durch ihr geringes Gewicht gegenüber den herkömmlichen Turngeräten, wie zum Beispiel den kleinen Kästen, einen entscheidenden Vorteil.

    Weiterhin sind Getränkekisten in der Regel für alle Kinder leicht zu beschaffen, beziehungsweise in der häuslichen Umgebung ohnehin vorhanden, und sie können so die gemachten Erfahrungen auch im außerunterrichtlichen Sport wiederholen und erweitern. Der Einsatz dieser Alltagsgegenstände kann die Schüler zudem zu kreativem Umgang mit weiteren Alltagsmaterialien anregen. Zusätzlich soll diese Materialwahl eine Erweiterung der materialen Erfahrungen ermöglichen.

    Sicherheitsaspekt:

    Im Vergleich mit den üblichen Turnkästen kippen Getränkekisten schneller, rutschen auf dem Hallenboden und bieten eine kleinere Standfläche. Deshalb habe ich mich bei der Auswahl der Kisten bewußt für leere Bierkästen entschieden. Obwohl Wasser- oder Limonadenkisten sicher kindgerechter sind, weil die Schüler diese Getränke selber konsumieren, bieten Bierkisten hinsichtlich der Stabilität und somit der Sicherheit entscheidende Vorteile. Sie sind wesentlich niedriger und bieten eine größere Standfläche. Zudem bin ich sicher, daß allen Kindern Bierkisten ebenso aus dem Elternhaus bekannt sind, wie Wasser- oder Limonadenkisten.

    5.3.3 Plakat "Wie entwickeln wir gemeinsam einen Plan?"

    Dieses Plakat wurde gemeinsam mit den Kinder in der vorhergehenden Stunde entwickelt. Es stellt verschiedene Schritte dar, die beim gemeinsamen Planen einer Vorgehensweise nützlich sind.

    Da dieses Plakat als Orientierung beim Planen dienen soll, wurde versucht, die Schritte kurz und prägnant darzustellen. Deshalb sind die einzelnen Schritte stichwortartig notiert. Bei einigen Stufen wurde zusätzlich ein Piktogramm hinzugefügt, was die schnelle Orientierung unterstützt. Bei der Entwicklung dieses Plakates wurde auch besprochen, daß nicht alle Teilschritte notwendig sind, sondern nur eine mögliche Hilfe darstellen.

    5.3.4 Plakat mit der Darstellung zweier möglicher Strategien

    Die erste Strategie, die auf diesem Plakat abgebildet ist, ist die auf Seite * ausführlich beschriebene Lösung. Sie wird wahrscheinlich von den meisten Gruppen entdeckt. Die zweite Strategie ist eine Variation bezüglich der Anzahl der freien Kisten und der Anordnung der Gruppe. Hier werden zwei Kisten hintereinander und die beiden anderen parallel dazu aufgestellt. Teilen sich dann zwei, beziehungsweise drei Kinder eine Getränkekiste, ist es möglich, jeweils zwei Kisten nach vorne weiterzureichen. Diese Variante ist wesentlich komplexer, möglicherweise aber effektiver, da ja bei jedem Schritt zwei Kisten weitergereicht werden können.

    Die Darstellung der beiden Strategien wurde aufgrund der Komplexität der Lösungsmöglichkeiten auf diesem Plakat grafisch vorgenommen. Die einzelnen Schüler werden durch rote Punkte dargestellt. Bierkisten wurden als Kisten eingezeichnet und Pfeile zeigen die Bewegungen an. Auch dieses Plakat stellt eine visuelle Hilfe dar. Die Gruppen sollen sich innerhalb der Imitationsphase daran orientieren können.
     
     

    6. Begründung des Themas:

    6.1 Begründung hinsichtlich der Richtlinien

    "Situationen des Sports stellen aufgrund ihrer Struktur vielfältiger Anforderungen an körperliche Voraussetzungen und Bewegungsfertigkeiten und verlangen besondere Kenntnisse, Strategien und soziale Handlungsmuster." (RL Sport, Band 1, S. 7) Die für diese Stunde ausgewählte Bewegungsaufgabe repräsentiert eine Situation des Sports, die insbesondere Strategien, soziale Handlungsmuster und Bewegungsfertigkeiten fordert. "Die Schüler sollen nicht nur lernen, normgebundene Bewegungssituationen zu bewältigen, sondern auch befähigt werden, sich Bewegungsmöglichkeiten außerhalb üblicher Normvorstellungen zu erschließen. Dies muß auch durch die Geräte selbst gefördert werden." (RL Band 2, S.51) Das ausgewählte Material ermöglicht eine Erweiterung der Bewegungserfahrungen in einer normungebundenen Situation.

    6.2 Begründung hinsichtlich der zu erwerbenden Qualifikationen

    Die in dieser Stunde gestellte Bewegungsaufgabe, die spielerische, explorative und sozial-integrative Bewegungselemente beinhaltet, stellt die Schüler vor ein herausforderndes Problem.

    "Beim Problemlösen werden wichtige Komponenten sportbezogener und sportübergreifender Handlungsfähigkeit gefordert (und damit zugleich gefördert), z.B. die Fähigkeit zu Improvisieren, Einfallsreichtum, produktivem Denken und Handeln, Strategien der Zusammenarbeit." (Brodtmann, S. 12) Neben der Förderung dieser Aspekte wird durch die selbständige Auseinandersetzung mit diesem Problem die Autonomie und Handlungskompetenz der Schüler erweitert.

    Das gemeinsame Entwickeln und Erproben von Handlungsstrategien unterstützt Lernprozesse zum sozialen Verhalten, vor allem die Entwicklung von Einstellungen zum Mitschüler als Partner. Neben der Vermittlung von Fähigkeiten, Fertigkeiten und Kenntnissen in den Bereichen und Disziplinen des Sports, ist es selbstverständlich auch die Aufgabe des Schulsports, Voraussetzungen für selbständiges Handeln und Verantwortlichkeit gegenüber sich selbst und den Mitschülern in der Lerngruppe zu schaffen. Die Kinder können durch das Entwickeln der Handlungsstrategien für die Bedeutung kooperativen Handelns, der gegenseitigen Hilfe und Rücksichtnahme untereinander sensibilisiert werden.

    Das Thema der heutigen Stunde dazu beitragen, daß die Schüler zu der Einsicht gelangen, daß Leistungserfolge durch gemeinsames Planen und Handeln (strategisch) erarbeitet werden können. Dieser Stundenschwerpunkt hat sowohl einen Gegenwartsbezug, als auch ein hohe Zukunftsbedeutung. Die Förderung von taktischem Handeln erweitert die Handlungsfähigkeit im Sport. Darüber hinaus ist geplantes und überlegtes Vorgehen auch in vielen außersportlichen Lebensbereichen nicht nur sinnvoll, sondern zum Teil auch unverzichtbar.
     
     

    7. Geplanter Unterrichtsverlauf: Phase: Unterrichtseinstieg Zeit: ca. 10 Minuten

    Material: Ein Sitzkreis aus 23 Getränkekisten bietet für jeden Schüler eine Sitzmöglichkeit und jedes Kind hat seinen eigenen Kasten, mit dem es im weiteren Verlauf der Stunde arbeitet.

    Sozialform: offen

    Erwartetes Unterrichtsgeschehen:

    Begrüßung im Sitzkreis. Anschließend initiiert der LAA eine abgewandelte Form des Spiels "Reise nach Jerusalem". In der Halle stehen 23 leere Getränkekästen. Ziel des Spiels ist es, daß beim Ruf "Hochwasser" jedes Kind einen Platz auf einem Getränkekasten findet. Im Gegensatz zu der bekannten Spielform scheidet dabei kein Kind aus. LAA nimmt nach und nach immer mehr Getränkekästen weg, so daß die Schüler gegen Ende des Spiels mindestens zu zweit auf einem Kasten stehen müssen.

    Wichtig: LAA weist die Schüler aus Sicherheitsgründen darauf hin, daß die Getränkekisten sehr leicht kippen und rutschen.

    Methodisch-didaktischer Kommentar:

    Die Stunde beginnt mit einem Spiel, in dem die Kinder ihren ersten Bewegungsdrang abbauen können. Die leeren Getränkekästen werden bereits integriert, damit die Schüler sich an das eher unübliche "Sportgerät" und dessen besonderen Eigenschaften gewöhnen. Weiterhin wird durch die Struktur des Spiels an vorhergehende Unterrichtsstunden und -inhalte angeknüpft. Aus diesem Grund müssen keine speziellen Verhaltensregeln mehr erarbeitet werden. Durch die Variation der eigentlichen Spielidee, kein Kind scheidet aus, sondern die Kisten müssen geteilt werden, werden die Schüler schon sensibilisiert für Hilfsbereitschaft und Kooperation.
     
     

    Phase: Problemstellung Zeit: ca. 7 Minuten

    Medien: 23 leere Getränkekästen, 10 Niedersprungmatten als Inseln, farbige Zettel zur Markierung der Inseln, Plakat "Wie entwickeln wir gemeinsam einen Plan?"

    Sozialform: Lehrervortrag

    Erwartetes Unterrichtsgeschehen:

    LAA bittet jeden Schüler, sich eine Kiste zu nehmen und sich wieder in den Kreis zu setzen. LAA präsentiert das gemeinsam in der vorhergehenden Stunde erarbeitete Plakat. Er weist darauf hin, daß die erarbeiteten Inhalte auch bei der folgenden Aufgabe nützlich sein können: "Stellt euch vor, es ist Hochwasser in der Turnhalle. Ihr müßt unbedingt von eurer Insel zur nächsten Insel gelangen. Damit ihr nicht ins Wasser fallt, also den Boden berührt, dürft ihr nur die Getränkekisten benutzen. Besonders wichtig ist, daß nicht jeder für sich versucht auf die andere Insel zu gelangen, sondern daß ihr das gemeinsam schafft. Eure Ideen werden wir uns nachher anschauen."

    Falls Kinder bei der Aufgabenstellung schon sinnvolle Anregungen geben können, greife ich diese auf, um so Hilfen für schwächere Kinder zu erhalten. Anschließend erhalten die Schüler Gelegenheit für mögliche Rückfragen und der LAA teilt die Gruppen ein.

    Methodisch-didaktischer Kommentar:

    Zu Beginn wird durch die Präsentation des Plakates an die Inhalte der vorhergehenden Stunde erinnert. Die Visualisierung möglicher Teilschritte, um in einer Kleingruppe eine gemeinsame Handlungsstrategie zu entwickeln, soll den Kindern als Hilfe in der folgenden Phase dienen. Die Aufgabe selbst ist für die Kinder sicherlich reizvoll, da das eingesetzte Material (Getränkekisten) ungewöhnlich ist. Die Vorstellung, sich vor dem Hochwasser zu retten, soll ebenfalls motivieren. Innerhalb der Aufgabe wird besonders das Wort "gemeinsam" betont, damit allen Kindern die Notwendigkeit zur Zusammenarbeit klar wird. Das Lösen der Bewegungsaufgabe erfolgt zunächst in 5 Kleingruppen (ca. 4 - 5 Schüler), die größtenteils vom LAA bestimmt werden, um eine leistungsheterogene Zusammenstellung der Gruppen zu erhalten und Streit der Schüler untereinander zu vermeiden. Der Hinweis auf die anschließende Demonstrationsphase soll die Schüler zusätzlich motivieren.
     
     

    Phase: Erprobung Zeit: ca. 10 Minuten

    Material:

    leere Getränkekisten, Niedersprungmatten als Start- und Zielpunkte (Inseln), Plakat "Wie entwickeln wir gemeinsam einen Plan?"

    Sozialform: Gruppenarbeit

    Erwartetes Unterrichtsgeschehen:

    Schüler versuchen die gestellte Bewegungsaufgabe in Kleingruppen zu lösen. LAA beobachtet, würdigt die Ideen der Schüler und hilft oder berät nur bei Bedarf.

    Methodisch-didaktischer Kommentar:

    Das Stellen der "offenen" Bewegungsaufgabe gibt den Schülern die Möglichkeit, sich selbständig mit einem Problem auseinanderzusetzen. Dadurch werden sie in ihrer Selbständigkeit und ihrer Handlungskompetenz gefördert. Sie sollen gemeinsam eine Strategie entwickeln, sich absprechen und aufeinander Rücksicht nehmen. Des weiteren haben sie die Möglichkeit, zu experimentieren, zu variieren und Bewegungserfahrungen zu sammeln. Um diese Lernprozesse nicht zu stören, sollte ein Eingreifen durch den LAA möglichst nur in zwingenden Situationen erfolgen. So werden zum Beispiel Schüler, die versuchen alleine die Aufgabe zu lösen, darauf aufmerksam gemacht, daß die Lösung gemeinsam erfolgen muß. Bei Streitigkeiten innerhalb einer Gruppe verweist der LAA auf das Plakat. Dort finden die Kinder Anregungen, wie sie innerhalb der Gruppe eine Strategie erarbeiten können. Somit folgt eine Lenkung nur in indirekter Form.

    Es ist möglich, daß ein oder zwei Gruppen sehr schnell eine Strategie entwickeln und auf die andere Insel gelangen. Diese Gruppen werden aufgefordert, sich eine alternative Vorgehensweise auszudenken, und damit auf die Startinsel zurückzukehren (quantitative und qualitative Differenzierung). Sollten diese Schüler keine zweite Lösung finden, werden sie angeregt, Variationen an der eigenen Strategie, zum Beispiel durch lautes Rufen oder Mitzählen die Bewegung der Gruppe zu koordinieren, vorzunehmen.
     
     

    Phase: Demonstration Zeit: ca. 7 Minuten

    Material:

    Plakat mit grafischer Darstellung von zwei Vorgehensweisen, leere Getränkekisten, Niedersprungmatten als Inseln

    Sozialform: Unterrichtsgespräch

    Erwartetes Unterrichtsgeschehen:

    LAA bittet einzelne Gruppen, ihre Lösungen (Strategien) zu demonstrieren. Ein Plakat wird präsentiert, daß zwei Lösungsmöglichkeiten graphisch darstellt. Anschließend fordert der LAA die Gruppen auf, eine andere Strategien auszuprobieren und mit der eigenen Lösungen zu vergleichen.

    Methodisch-didaktischer Kommentar:

    Die Demonstration der Strategien erfolgt nicht nur zur Würdigung der Ergebnisse, sondern sie soll den Gruppen für die nachfolgende Imitationsphase weitere Variationen zeigen. Vorbereitet wurde zusätzlich ein Plakat, daß zwei verschiedene Strategien graphisch darstellt. Dieses Plakat soll in der Imitationsphase als visuelle Hilfe beim Erproben einer zweiten Lösung dienen. Sollten keine unterschiedlichen Strategien von den Schülern entwickelt werden, sollen alle Gruppen die zweite auf dem Plakat dargestellte Lösung nachahmen. Haben Kinder das dringende Bedürfnis von Problemen oder dem Arbeiten in der Gruppe zu berichten, erhalten sie dazu Gelegenheit. Möglicherweise werden dabei Dinge angesprochen, die für das Entwickeln von Handlungsstrategien generalisierbar sind und andere Mitschüler können davon profitieren. Individuelle Schwierigkeiten sollten dagegen an dieser Stelle nicht thematisiert werden.
     
     

    Phase: Imitation Zeit: ca. 5 Minuten

    Material:

    Plakat mit zwei Strategien, leere Getränkekisten, Niedersprungmatten als Inseln

    Sozialform: Gruppenarbeit

    Erwartetes Unterrichtsgeschehen:

    Die einzelnen Gruppen sollen nun eine andere Lösung ausprobieren und mit der eigenen Strategie auf die Effektivität hin vergleichen.

    Methodisch-didaktischer Kommentar:

    Dieses Erproben einer anderen Möglichkeit ist wichtig, um die Effektivität der eigenen Lösung einschätzen zu können. Zudem erweitert es die strategischen Erfahrungen bezüglich der Bewegungsaufgabe. Die Schüler können dabei entdecken, daß bei allen Strategien gegenseitige Hilfe und Kooperation von Bedeutung sind.
     
     

    Phase: Reflexion Zeit: ca. 6 Minuten

    Material: leere Getränkekisten

    Sozialform: Unterrichtsgespräch

    Erwartetes Unterrichtsgeschehen:

    Schüler versammeln sich nach der Imitationsphase mit ihren Kisten im Kreis. LAA setzt Impuls und die Schüler berichten, welche Lösung sie für ihre Gruppe am geeignetsten halten und warum. Anschließend folgt das gemeinsame Aufräumen.

    Methodisch-didaktischer Kommentar:

    Die Schüler sollen in dieser Phase ihre favorisierte Strategie nennen und dies möglichst auch begründen. Wichtig ist dabei, daß jede Gruppe aufgrund ihrer Zusammensetzung verschieden ist und somit für jede Gruppe eine andere Lösung die effektivste sein kann. Falls das Begründen den Schülern Schwierigkeiten bereitet, stellt der LAA helfende Fragen, beispielsweise ob die Lösung schnell zum Ziel führt, bei welcher Lösung man sich gegenseitig am besten helfen kann oder welche Strategie am sichersten ist. Die Schüler sollen reflektierend erkennen, daß Kooperation bei der gemeinsamen Planung und Durchführung eine unabdingbare Voraussetzung ist. Darüber hinaus sollen sie sich ihres strategischen Handelns bewußt werden. Der gemeinsame Erfolg der Gruppe soll in zukünftigen Situationen zum geplanten Vorgehen motivieren und anregen.
     
     

    Alternativplanung

    Phase: Variation / Anwendung Zeit: ca. 8 Minuten

    Erwartetes Unterrichtsgeschehen:

    Falls innerhalb der Stunde noch etwas Zeit bleibt, soll die ganze Klasse sich mit Hilfe einer Strategie von einer Insel auf eine gegenüberliegende Insel retten.

    Methodisch-didaktischer Kommentar:

    Gerade bei offenen Bewegungsaufgaben ist eine genaue zeitliche Planung nur bedingt möglich. In dem Fall, daß die Schüler in einigen Phasen weniger Zeit benötigen, werde ich auf diese Anwendungsphase zurückgreifen. Falls dafür keine Zeit mehr bleiben sollte, würde ich den Schülern bei Bedarf in der nächsten Sportstunde Gelegenheit geben, diese Aufgabe im Klassenverband zu bewältigen. Das Bewegungsproblem, das zunächst in Kleingruppen erarbeitet wurde, soll dabei von den Schülern auf die Großgruppe übertragen werden. Dies stellt eine neue Herausforderung dar. Die Lösung wäre auf die Leistung der ganzen Klasse zurückzuführen und würde allen Schülern ein gemeinsames Erfolgserlebnis ermöglichen.

    Material: leere Getränkekästen, zwei Niedersprungmatten als Start- und Zielpunkt

    Sozialform: Großgruppenarbeit
     
     

    8. Literatur:

  • Brodtmann, Dieter: Problemorientierter Sportunterricht. In: Brodtmann, Dieter: Unterrichtsmodelle zum problemorientierten Sportunterricht. Hamburg: 1984, S. 11-16.
  • Jaschke, R.: "Zur Hilfsbereitschaft erziehen". In: Sportpädagogik, 11/91, S. 50 ff.
  • Kultusminister des Landes NRW (Hrsg.): Richtlinien und Lehrpläne für den Sport in den Schulen im Lande Nordrhein-Westfalen. Band I. Frechen: 1989.
  • Kultusminister des Landes NRW (Hrsg.): Richtlinien und Lehrpläne für den Sport in den Schulen im Lande Nordrhein-Westfalen. Band II. Frechen: 1989.
  • Lang, H.: Spielen Spiele Spiel. Schorndorf: 1992.
  • Pühse, U.: Soziales Lernen im Sport. Ein Beitrag zur sportpädagogischen Lernzieldiskussion. Bonn: 1990.


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