André Olbricht
Unterrichtsentwurf Bewegungserfahrung/KletternUnterrichtsentwurf zum Thema Balancieren
LAA: André Olbricht
"Wir klettern in die Berge" - Eine Unterrichtsreihe mit der Absicht, Bewegungserfahrungen beim Klettern in verschiedenen Gerätearrangements zu sammeln und so zunehmend Sicherheit beim Klettern zu erlangen.
"Wir klettern sicher" - Erproben verschiedener Kletterstationen unter dem Aspekt, Sicherheitsregeln für das Klettern zu entwickeln und anzuwenden.
| Zeit / Phase | Unterrichtsgeschehen | Medien / Geräte | didaktisch-methodischer Kommentar |
| freie
Bewegungszeit
ca. 5 Minuten |
Sch. kommen in die Halle und dürfen sich dort bedingt frei bewegen. | Umgezogene Sch können ersten Bewegungsdrang abbauen. Die Gerätearrangements sind in dieser Phase tabu. | |
| Unterrichtseinstieg
ca. 5 Minuten |
Sch.
versammeln sich im Kreis.
LAA setzt Impuls und Sch. wiederholen Verhaltensregeln. LAA erklärt Bewegungsaufgabe: "Heute sollt ihr herausfinden, wie man als Bergsteiger richtig sicher klettern .kann" |
Kletterstationen (numeriert von 1 bis 5) mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden. | Thematisch wird an die vorhergehende Stunde angeknüpft, in der notwendige Verhaltensregeln für das gemeinsame Klettern in den Bergen erarbeitet wurden. Aus zeitlichen Gründen sind die Stationen diesmal schon aufgebaut. Wichtig ist, daß allen Sch. das Ziel der folgenden Erarbeitungsphase klar wird. |
| Erarbeitung
ca. 10 Minuten |
Sch.
klettern an den Stationen ihrer Wahl, je nach individuellen Möglichkeiten
und Interessen. Sie erarbeiten dabei Sicherheitsregeln.
LAA beobachtet, berät oder hilft beim Klettern. |
Kletterstationen | Möglicherweise müssen einige Sch. noch einmal auf die Aufgabe hingewiesen werde. |
| Demonstration
/ Reflexion
ca. 7 Minuten |
Sch.
setzen sich im Halbkreis um Station Nr. 3. Sicherheitsregeln werden vorgestellt
bzw. demonstriert.
Aufgabe: "Probiert unsere Regeln alle noch einmal aus!" |
Kletterstationen | Präsentation und gemeinsame Reflexion der Ergebnisse. |
| Anwendung
ca. 8 Minuten |
Sch. wenden gefundene Sicherheitsregeln an. LAA beobachtet, berät oder hilft. | Ketterstationen | Alle Sch. sollen noch einmal die Ergebnisse anwenden und so verinnerlichen. |
| Stundenausklang
ca. 8 Minuten |
LAA
und Sch. führen ein Bewegungsspiel durch.
Abschließend erhalten alle Sch. ein Bergsteigerdiplom. |
Verschiedene Materialien an den einzelnen Geräten der Kletterstationen, Handtrommel / Bergsteigerdiplome | Bewegungsintensives Spiel zum freudvollen Stundenausklang und Würdigung der Mitarbeit. |
Klasse: Klasse 3 (23 Kinder)
LAA: André OlbrichtThema der Reihe:
Balancieren an Gerätearrangements mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden mit dem Ziel, die Gleichgewichtsfähigkeit zu fördern.
Heute findet die dritte Stunde innerhalb der Unterrichtsreihe statt. In den vorherigen Stunden wurden gemeinsam Verhaltensregeln für das Balancieren an Stationen erarbeitet und Sicherheitskriterien für Balancierstationen besprochen. In der unmittelbar vorhergehenden Stunde wurde das Balancieren auf labilem Untergrund thematisiert.
Heute finden die Kinder das gleiche Gerätearrangement vor, jedoch mit der zusätzlichen Aufgabe, beim Balancieren Kleingeräte einzusetzen. Durch diese veränderte Situation findet eine Erweiterung der Gleichgewichtserfahrungen statt. Weiterhin sind die Schüler aufgefordert, problemlösend und kreativ zu handeln.
In den nächsten Unterrichtsstunden werden von den Schülern eigene Balancierarrangements entwickelt und erprobt.
Überblick über die Unterrichtsreihe:
Wir balancieren auf bewegtem Untergrund unter
Hinzunahme von Kleingeräten - Eine Unterrichtsstunde mit dem didaktischen
Schwerpunkt, die Gleichgewichtsfähigkeit zu fördern.
Wir entwickeln eine eigene Balancierlandschaft -
Eine Unterrichtsstunde zur Förderung der kreativen Handlungsfähigkeit.
4. Bedingungsfeld:
4.1 Personaler und sozialer Entwicklungsstand
(siehe Pädagogische Akte)
4.2 Arbeitsmethodischer Entwicklungsstand
In der Regel waren alle Kinder der Klasse in der Lage, Stationen und Geräte mit unterschiedlichen Anforderungen nach individuellen Bedürfnissen und Möglichkeiten auszuwählen. Aus diesem Grund dürfen sie auch in dieser Stunde sowohl die Stationen, wie auch die Materialien frei wählen.
Erfahrungsgemäß motiviert zeigten sich die Schüler, wenn sie eigene Ideen erproben und später demonstrieren durften.
| Beobachtetes Verhalten: | Unterrichtliche Konsequenzen: |
| S. und R. sind sehr selbstbewußt und bewegungsfreudig. Sie neigen dazu, eigene Ideen zu verfolgen und gestellte Bewegungsaufgaben zu vernachlässigen. | Obwohl Kreativität im Sportunterricht wünschenswert ist, ist es für die anderen Kinder der Klasse wichtig, daß S. und R. ihre "Ich-Bezogenheit" abbauen und gemeinsame Unterrichtsziele mitverfolgen. Beide Schüler werden aus diesem Grund von mir beobachtet. Beschäftigen sie sich mit Ideen, die auch im weitesten Sinne nicht dem Unterrichtsschwerpunkt entsprechen, werde ich sie nachdrücklich an die Bewegungsaufgabe erinnern. |
| Besonders S. und K. vergessen zeitweise vereinbarte Regeln. | Die wichtigsten Regeln für das Balancieren an Stationen wurden bereits gemeinsam erarbeitet. Die Regeln wurden auf Pappstreifen notiert, die bei jeder Sportstunde an der Wand hängen. Oft genügt ein Hinweis auf die "Regelstreifen". |
| K. ist manchmal unmotiviert und bringt dies durch störendes Verhalten zum Ausdruck. | In diesem Fall werde ich
K. bitten, seine Unlust zu begründen, bzw. Alternativen oder Wünsche
für den Sportunterricht zu äußern. Weitere Entscheidungen
sind von diesen Äußerungen abhängig.
Prinzipiell sollten jedoch andere Kinder nicht durch Störungen bei ihren Bewegungserfahrungen beeinträchtigt werden. Weiterhin möchte ich niemanden zum "Sport treiben" zwingen, also besteht die Alternative, lediglich passiv am Sport teilzunehmen. |
4.3 Sachstrukturelle VoraussetzungenDer Bereich "Balancieren" ist in dieser Klasse sowohl im ersten, wie auch im zweiten Schuljahr thematisiert worden. Alle Schüler können sich auf einer fixierten Fläche in unterschiedlicher Breite und Höhe fortbewegen. Die Kinder besitzen also Vorerfahrungen, die nach dem methodisch-didaktischen Prinzip "vom Leichten zum Schweren" erweitert werden sollten.
| Beobachtetes Verhalten: | Unterrichtliche Konsequenzen: |
| Nicht alle Schüler besitzen die gleichen koordinativen Fähigkeiten. | Aus diesem Grund dürfen die Schüler selbständig Station und Material zum Balancieren auswählen. Somit ist eine Individualisierung und Differenzierung gegeben. Eine Erweiterung der Bewegungserfahrung erfolgt für alle Schüler verpflichtend in der abschließenden Imitationsphase. |
| Es ist möglich, daß einige Kinder keine eigenen Ideen für den Einsatz der Kleingeräte beim Balancieren entwickeln. | Diese Kinder haben die Möglichkeit, Mitschüler zu beobachten und so Anregungen zu erhalten. Sollten sie nicht von selbst auf diese Idee kommen, werde ich sie darauf hinweisen. Weiterhin besteht noch die Möglichkeit, Impulse durch die Demonstration verschiedener Kleingeräte zu geben. |
| Der Einsatz von Kleingeräten beim Balancieren auf labilem Untergrund stellt für einige Kinder (z.B. S., E.) sicherlich eine große Schwierigkeit dar, ... | ... weshalb zusätzlich zwei "stabile" Stationen aufgebaut sind. Hier kann erst einmal der Einsatz der Kleingeräte erprobt werden, bevor eine Übertragung auf eine "labile" Station erfolgt. |
| S. wirkte beim Balancieren auf labilem Untergrund bisher vergleichsweise unsicher. Er nahm gerne die Hilfe des LAA oder der Lehrerin in Anspruch. | Ich werde S. in dieser Unterrichtsstunde intensiv beobachten und ihm bei Bedarf meine Hilfestellung beim Balancieren anbieten. Diese taktile Hilfe kann dann mit zunehmender Sicherheit reduziert werden. |
5. Sachanalyse:5.1 Analyse des Unterrichtsgegenstandes
Die Balance- oder Gleichgewichtsfähigkeit ist ein Teilbereich der Koordination und bedeutet: "den eigenen Körper sowie Objekte in statischem oder dynamischem Gleichgewicht halten." (Landesinstitut für Schule und Weiterbildung, S. 49)
Man unterscheidet zwischen dem statischen Gleichgewicht (Halten einer bestimmten Lageposition) und dem dynamischen Gleichgewicht (Gleichgewicht während der Fortbewegung halten). Zusätzlich wird unterschieden, ob man den eigenen Körper balanciert oder einen fremden Körper oder einen Gegenstand (Objektgleichgewicht). Unter Balancieren versteht man die Fähigkeit, einen Körper, der sich nicht in einer absolut stabilen Gleichgewichtslage befindet, in der vorhandenen indifferenten oder labilen Gleichgewichtslage durch Ausgleichsbewegungen zu belassen (vergleiche mit Röthig, S.151).
Diese Unterrichtsstunde beinhaltet eine sehr anspruchsvolle Aufgabenstellung, die die Vorerfahrungen der Schüler erweitern soll. Das dynamischem Gleichgewicht während der Fortbewegung auf labilem Untergrund wird kombiniert mit dem Transport von Gegenständen (Objekttransport oder -gleichgewicht).
5.2 Analyse der Balancierstationen und anderer Medien
Für die Gestaltung von Gerätearrangements zum Balancieren gibt es eine Vielzahl von denkbaren Kombinationen mit unterschiedlichsten Eigenschaften. Maraun unterscheidet:
1. Die fixierte Stand- und Gehfläche
2. Die federnde Stand- und Gehfläche
3. Die schwankende Stand- und Gehfläche
Die Stand- und Gehflächen können dabei sowohl waagerecht, als auch geneigt sein. (Maraun, S.19)
In dieser Stunde finden die Kinder fünf Stationen vor, die ihnen aus der vorhergehenden Unterrichtsstunde bekannt sind. Um die unterschiedlichen koordinativen Fähigkeiten der Kinder zu berücksichtigen, unterscheiden sich die einzelnen Stationen in ihrem Schwierigkeitsgrad. Da die Schüler die Station frei wählen dürfen, haben alle die Möglichkeit, die gestellte Bewegungsaufgabe zu bewältigen (Differenzierung).
Damit kein zu großer Andrang an einer Station entsteht, sollen alle Angebote einen ähnlichen Aufforderungscharakter besitzen. Die Reihenfolge der Darstellung orientiert sich am Schwierigkeitsgrad der einzelnen Stationen.
Station 1:
Eine Bank liegt umgedreht mit den Enden auf kleinen Kästen.
An dieser Station ist die Gehfläche fixiert. Ein Federn der Bank ist beim geringen Gewicht der Schüler sehr unwahrscheinlich. An dieser Station können alle Kinder der Lerngruppe problemlos balancieren.
Station 2:
Ein dickes Tau liegt geschlängelt auf dem Hallenboden.
Auch hier ist die Gehfläche fixiert. Schwierigkeiten bereitet die sehr schmale Fläche des Taues. Dies erfordert von den Kindern große Konzentration, denn sie müssen ihre Füße sehr genau setzen.
Station 3:
Unter zwei Kastenoberteilen liegen jeweils drei oder vier große Medizinbälle. Daneben liegen zur Absicherung Niedersprungmatten.
Die Kastenoberflächen schwanken durch die Medizinbälle seitlich hin und her. Die Gehfläche ist vergleichsweise groß, was eine breite Schrittstellung beim Gehen zuläßt. Die breite Schrittstellung ermöglicht Ausgleichsbewegungen beim Balancieren.
Station 4:
Auf zwei Weichbodenmatten liegt eine umgedrehte Bank.
Die Gehfläche an dieser Station ist schmal und wackelt durch den labilen Untergrund (Weichmatten). Hier ist es besonders wichtig, den Körperschwerpunkt genau über der Gehfläche zu halten, da die Bank ansonsten seitlich stark schwankt.
Station 5:
Eine Bank wird an einer Seite in Ringe eingehangen. Das andere Ende der Bank steht auf einer Weichmatte.
Dies ist die anspruchsvollste Station. Die Gehfläche ist nicht waagerecht, sondern leicht aufsteigend. Sie gerät zudem sehr leicht ins Schwanken (seitlich). Durch den hohen Anspruch besitzt diese Station einen sehr hohen Aufforderungscharakter.
Folgende Kleingeräte wurden von mir für den Einsatz beim Balancieren ausgewählt:
Tischtennisschläger, Tischtennisbälle, Löffel, Joghurtbecher, Sandsäckchen, Gummiringe und Luftballons. Durch die Kombination einzelner Geräte ergibt sich eine Vielzahl von Möglichkeiten, zum Beispiel: Tischtennisball im Löffel transportieren (ähnlich dem Spiel "Eierlaufen"), Luftballon hochhalten, Sandsäckchen oder Gummiring auf dem Kopf balancieren, Tischtennisball zwischen Brust und Kinn klemmen, auf beiden Händen je einen Joghurtbecher halten, Joghurtbecher auf Tischtennisschläger stellen, Tischtennisball auf den Schläger legen oder sogar den Ball mit dem Schläger hochhalten (fordert zusätzlich große Geschicklichkeit).
Die freie Auswahl ermöglicht eine individuelle und kreative Auseinandersetzung mit dem bereitgestellten Material. Die Gegenstände können auf verschiedenen Niveaus beim Balancieren eingesetzt werden (mit den Händen halten, mit anderen Körperteilen transportieren, Gegenstände beim Balancieren balancieren), was eine weitere Differenzierung darstellt.
Die "Regelstreifen" visualisieren die gemeinsam erarbeiteten Regeln für das Balancieren an Stationen. Sie werden zu Beginn der Stunde aufgehangen. Bei Bedarf können Schüler auf die Streifen und so auf die Regeln hingewiesen werden.
Die schriftliche Notation der vorgestellten Bewegungsmöglichkeiten erfolgt während der Reflexionsphase auf einem Plakat. Stichwortartig sollen so die Ideen der Kinder als Anregungen für folgende Unterrichtsstunden festgehalten werden.
6. Begründung des Themas:
Hinsichtlich von Richtlinien, Lehrplänen und Literatur:
Die Förderung der Gleichgewichtsfähigkeit wird im Lehrplan Sport im Rahmen der verbindlichen Sportart Turnen explizit nur für die Jahrgangsstufe 1 gefordert (Band II, S. 55). In der Veröffentlichung "Gesundheitserziehung in der Schule durch Sport" findet man dagegen folgenden Hinweis:
"Das Gleichgewichthalten kann in sehr variations- und umfangreicher Form Thema von Schulsport sein. Aufgabenstellungen zum Spiel mit dem Gleichgewicht sollten unter Berücksichtigung fortschreitender Könnenserfahrungen in folgender Stufung der Anforderungen angeboten werden: Die Gleichgewichtsfähigkeit soll also durch Erweiterung der Anforderungen auch mit fortschreitender Erfahrung Thema von Schulsport sein. Eine Beschränkung nur auf die erste Jahrgangsstufe ist unsinnig, denn:A. Den Körper im Gleichgewicht halten....
B. Geräte balancieren...." (Gesundheitserziehung in der Schule durch Sport, Teil II: Materialien, Stichwort: Kunststücke, Seite 1)
"Das Gleichgewicht ist durch regelmäßiges Üben schnell zu einem individuellen Optimum entwickelbar, aber es geht auch schnell wieder verloren bzw. es entwickelt sich auf ein niedriges Niveau zurück." (Sportjugend im LandesSportBund Nordrhein-Westfalen e.V., S. 50) Die vorliegende Unterrichtsgestaltung ermöglicht eine kreative und normungebundene Auseinandersetzung mit den Kleingeräten, denn es ist den Kindern überlassen, in welcher Form sie die Geräte beim Balancieren einsetzen. Innerhalb des bereitgestellten Bewegungsarrangements erfahren die Kinder einen ungewöhnlichen Körperzustand auf vielfältige Art und Weise (Gleichgewicht halten, verlieren, wiederfinden). Beides entspricht der oben genannten Aufgabe des Schulsports.
"Bewegungen aus dem Bereich des Sports können in natürlicher, aber auch in technisch zubereiteter Umgebung unmittelbare, spezifische Erfahrungen über die materiale Umgebung und den eigenen Körper erschließen - ..." (Richtlinien und Lehrpläne, S.9)
Die relativ offene Bewegungsaufgabe bietet zudem Raum für selbständiges, entdeckendes und problemlösendes Handeln. (vergleiche mit Brodtmann, S.6)
Hinsichtlich der Schüler:
Balancieren stellt für fast alle Kinder eine besondere Herausforderung ("Bewegungsreiz") dar. Ein selbstgewähltes Hindernis balancierend zu überwinden besitzt eine lustbetonte Bedeutung. Spannung ist dabei eine dominante Empfindung. Die Gleichgewichtsfähigkeit ist zudem im Freizeitsport der Kinder (Skateboarding, Inlineskating, Fahrradfahren, Schlittschuh laufen...) von großer Bedeutung.
Eine besondere Bedeutung hat das Gleichgewicht auch als Grundlage der Sinnesempfindungen. Es reguliert, integriert und regt andere Sinneswahrnehmungen an.
"Es bildet sich immer neu in den stets wechselnden Haltungen und Situationen der Menschen, indem wir auf ganz grobe wie auf ganz feine Veränderungen der Erdanziehungskraft und ihrer unterschiedlichsten Wirkungsbedingungen reagieren."(Kükelhaus, S.77) 7. Geplanter Unterrichtsverlauf:
Phase: Freie Bewegungsphase Zeit: ca. 5 MinutenErwartetes Unterrichtsgeschehen:
Die Schüler bewegen sich frei in der Halle und wählen aus dem bereitstehenden Materialangebot und den Gerätearrangements nach eigenen Bedürfnissen aus.
Kommentar:
Zu Beginn der Stunde erhalten die Schüler die Möglichkeit, ihren ersten Bewegungsdrang abzubauen. Dies ist von besonderer Bedeutung, da das anschließende Balancieren ein relativ ruhiges und konzentriertes Bewegen darstellt. Die Schüler dürfen dabei die schon aufgebauten Stationen betreten, da diese aus der vorhergehenden Stunde bekannt sind. Notwendige Verhaltensregeln für die Benutzung wurden ebenfalls schon erarbeitet. Die Schüler können sich in dieser Phase mit den bereitliegenden Kleingeräten, die später beim Balancieren eingesetzt werden sollen, eventuell schon einmal vertraut machen. Vielleicht wird das Material auch einige Kinder motivieren, damit zu balancieren. Dies kann dann in der folgenden Phase von mir aufgegriffen werden.
Da es sich bei dieser Unterrichtsstunde um eine Einzelstunde handelt und der Geräteaufbau sehr umfangreich ist, werden die verschiedenen Stationen schon vorher aufgebaut. So wird die effektive Bewegungszeit für die Schüler erhöht.
Material: Regelstreifen, Stationen 1-5 (siehe beiliegende Beschreibung), in drei umgedrehten Kästen folgende Kleingeräte: Tischtennisschläger, Tischtennisbälle, Löffel, Joghurtbecher, Sandsäckchen, Gummiringe und Luftballons.
Phase: Informierender Unterrichtseinstieg Zeit: ca. 5 Minuten
Erwartetes Unterrichtsgeschehen:
Im Anschluß an die freie Bewegungsphase wird im Sitzkreis von mir an das Thema der letzten Stunde erinnert und der weitere Stundenverlauf beschrieben. Die Schüler erhalten die Bewegungsaufgabe, an den Stationen mit Kleingeräten ihrer Wahl zu balancieren. Einige Lösungen sollen anschließend gezeigt werden.
Kommentar:
Die Anknüpfung an die vorhergehende Stunde und die Beschreibung des geplanten Stundenverlaufs sollen den Schülern Zieltransparenz vermitteln. Der Hinweis auf die anschließende Präsentation der Ergebnisse soll motivieren. Wenn Kinder bei der Verbalisierung der Aufgabenstellung schon sinnvolle Anregungen geben können, greife ich diese auf, um für schwächere Schüler schon Hilfen zu erhalten.
Material: Regelstreifen
Phase: Erarbeitung Zeit: ca. 15 Minuten
Erwartetes Unterrichtsgeschehen:
Die Schüler balancieren an den verschiedenen Stationen unter Hinzunahme der bereitliegenden Gegenstände.
Kommentar:
Die Schüler dürfen frei wählen, an welcher Station sie balancieren und welche Kleingeräte sie dabei verwenden. So können sie zum Beispiel eine Station beliebig oft wiederholen und dabei die Kleingeräte variieren. Eine andere Möglichkeit wäre, mit einem Kleingeräten verschiedene Stationen zu erproben. Innerhalb dieser offenen Bewegungsaufgabe sind vielfältige, selbständige und spontane Bewegungsmöglichkeiten denkbar und erwünscht. Auf diese Weise kann jedes Kind, seinen individuellen Voraussetzungen entsprechend, zu Erfolgserlebnissen gelangen. Ich werde während dieser Phase die Schüler beobachten und in ihren Lösungsmöglichkeiten bestärken. Sollten einige Schüler nicht den verbindlichen Aspekt der Bewegungsaufgabe beachten, werde ich sie daran erinnern.
Material: Regelstreifen, Stationen 1-5 (siehe beiliegende Beschreibung), Kleingeräte in kleinen Kästen.
Phase: Reflexion Zeit: ca. 10 Minuten
Erwartetes Unterrichtsgeschehen:
Einige Schüler stellen ihre Lösungen an Station Nr.3 vor und sprechen über ihre Erfahrungen. LAA notiert die Lösungen stichwortartig auf einem Plakat und würdigt die Ergebnisse. Für die nachfolgende Phase werden zwei Bewegungsmöglichkeiten verbindlich zur Imitation festgelegt.
Kommentar:
In dieser Phase erhalten die Schüler die Gelegenheit, über Erfahrungen und Empfindungen zu sprechen, die auf den Einsatz der Kleingeräte beim Balancieren zurückzuführen sind. Einige Lösungsmöglichkeiten werden (mit dem Einverständnis der jeweiligen Schüler) vorgestellt. Dieses Vorführen hat einen motivierenden Charakter und trägt zur Würdigung der Ergebnisse bei. Stattfinden sollte dies möglichst nur an einer Station, um eine Fixierung der Aufmerksamkeit und einen Vergleich der Lösungen zu ermöglichen. Ausgewählt wurde dafür eine Station mittleren Niveaus. Die stichwortartige Notation der vorgestellten Ergebnisse auf einem Plakat soll diese zusätzlich visualisieren. In den folgenden Stunden kann das Plakat zur Erinnerung eingesetzt und eventuell auch ergänzt werden.
Für die nachfolgende Imitationsphase werden zwei Lösungsmöglichkeiten von mir als verbindlich vorgegeben. Diese können anschließend noch selbständig auf andere Stationen übertragen werden.
Material: Filzstift, Plakat, Regelstreifen, Stationen 3 (siehe beiliegende Beschreibung), Kleingeräte in kleinen Kästen.
Phase: Imitation Zeit: ca. 10 Minuten
Erwartetes Unterrichtsgeschehen:
Alle Schüler imitieren die zwei ausgewählten Lösungen an Station Nr. 3. Danach übertragen sie diese Bewegungsmöglichkeit selbständig auf die anderen Stationen.
Kommentar:
Durch die verpflichtende Imitation von zwei Bewegungsmöglichkeiten erweitern alle Schüler ihre Bewegungserfahrung und gleichzeitig wird die Fähigkeit gefördert, Beobachtetes in die Praxis umzusetzen.
Material: Regelstreifen, Stationen 1-5 (siehe beiliegende Beschreibung), Kleingeräte in kleinen Kästen.
8. Literatur:
