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Leichtathletik in der Schule

 
 


 
Zielsetzungen
Bewegungsanalyse
Lehrmöglichkeiten
Leistungsmessung/Wettbewerbe
Video (1,4 MB)

 

1.  Zielsetzungen

Springen in der Schule sollte vielfältige Bewegungserfahrungen ermöglichen.
Trotzdem dürfte der Weitsprung immer noch der unangefochtene Spitzenreiter im Sportunterricht sein, wenn es um Sprungerfahrungen geht.
 
.. Variationen des Springens sind nicht nur aus sportpädagogischer Sicht sinnvoll, sondern auch bei den Schülerinnen und Schülern eine gern erprobte Möglichkeit eigenes Bewegungskönnen zu testen: Hindernissprünge, Hochsprungvariationen, Kastentreppen, Tiefsprünge und Mehrfachsprünge.

Dabei bietet sich auch der Dreisprung als eine relativ einfach zu erlernende Möglichkeit an. Sie kann spielerisch aus Mehrfachsprüngen entwickelt werden, erlaubt schnellen Lernfortschritt und verschiedene Wettkampfmöglichkeiten. 

 

(Reaktive) Sprungkraft, Gleichgewichts- und Rhythmusgefühl können gefördert werden.
Durch entsprechende Aufgabenstellungen können Schüler auch selbständig üben, evtl. auch eigene Zielsetzungen verfolgen
(z. B. Korrelationen zu Weitsprungleistungen aufstellen, bestimmte Markierungen bei der Sprunggestaltung treffen etc.).

Befürchtungen, dass dabei die Gelenke überlastet werden könnten, sollten m.E. nicht überbewertet werden.
Trotzdem bietet es sich an, vorbereitende Übungen (auch) in der Halle durchzuführen.
Die Schüler sollten intensive Sprünge nur im ermüdungsfreien Zustand durchführen, die Anlaufgeschwindigkeit sollte zunächst relativ niedrig sein.
 


 
 

2. Phasen des Dreisprungs
- Aspekte der Bewegungsanalyse -

Nach dem Anlauf muss die Sprungfolge mit zwei Sprüngen auf dem gleichen Bein ausgeführt werden.
ALSO: rechts, rechts, links oder links, links, rechts
 


 
 
1. Sprung - Hop
(relativ flacher, nach vorwärts gerichteter Sprung; Landung auf dem Absprungbein)

Um einen zu großen Geschwindigkeitsverlust zu vermeiden, muss relativ flach abgesprungen werden. Dabei erfolgt ein Schritt in der Luft. Die Flugbahn des Landebeins wird vorzeitig unterbrochen, um für den nächsten Absprung nahe am Körperschwerpunkt zu sein (1-2 Fuß).

Der Oberkörper muss aus diesem Grund auch relativ aufrecht sein. 
Der Fuß wird über die Ferse aufgesetzt, um das Körpergewicht besser abfangen zu können.
 

2. Sprung - Step
(raumgreifender Zwischenschritt mit intensivem Arm- und Schwungbeineinsatz, Landung Gegenbein)

Für Flugbahn, Körperhaltung Fußaufsatz gelten weitgehend die gleichen Prinzipien wie beim Hop. Der intensive Armeinsatz unterstützt den Absprung und unterstützt das Körpergleichgewicht.
 

3. Sprung - Jump
(weitsprungähnlicher Schlusssprung)

Der Abflugwinkel ist nun höher, der Landewinkel kleiner als bei den vorherigen Teilsprüngen.
Die raumgreifende Landung ist dem Weitsprung vergleichbar.
 

Die optimale Aufteilung der Teilsprünge ist je nach Sprungtyp verschieden.
Als Orientierung dient: 35% - 30% - 35%


 

 
3. Lehrmöglichkeiten

Phase 1

Vielseitige Mehrfachsprünge über Matten, Kastenteile, Bananenkisten, Reifen, Medizinbälle etc. Dabei Schulung von Rhythmusgefühl und Gleichgewichtsfähigkeit, Koordination von Arm- und Beinarbeit; Herausfinden des Sprungbeins, beide Beine werden aber gleichmäßig angesprochen.

Phase 2

Erlernen des Grundrhythmus: Wechselsprünge re, re, li und li, li, re (evtl. über Hindernisse oder markierte Zonen/"Gräben". Dabei auch Einbeziehen von Hopsersprüngen mit akzentuierten Arm- und Schwungbeineinsatz. (Steigerung der Anlaufgeschwindigkeit)

Beenden einer Sprungfolge mit beidbeiniger Landung in Sprunggrube oder Weichbodenmatte (Weitsprungflugphase und -landung). Entsprechend der Sprungfähigkeiten müssen unterschiedliche Sprung- und Landezonen geschaffen werden. (Erfahrungswert bei 14/15-jährigen: ca. 6 bzw. 8 Meter bis Sprunggrube/Weichboden; je mehr Differenzierungsmöglichkeiten, desto besser).

Phase 3

Verbesserung einzelner Technikelemente

- Sprünge mit aktiven Vor-/Hochbringen des Sprungbeines (Hop)
- schnellkräftiger Abdruck zwischen einzelnen Sprüngen
- langgezogene Schritte (Step) mit Armeinsatz
- Step und Jump vom Kastendeckel
- gegengleiche Ausführungen
- Synchronspringen

Unter pädagogischen Aspekten ist es sinnvoll, den Schülern möglichst viele Sprungerfahrungen zu ermöglichen. Hinweise zum Üben und Ausprobieren sollten im Vordergrund stehen, Fehlerkorrektur im engen Sinn sollte zurücktreten. Gegenseitige Beobachtung und Analyse durch die Schüler ist gut möglich (z.B. Untersuchen der Teilsprünge). Die individuelle Weitenverteilung der Teilsprünge kann getestet und variiert werden.
 


 

4. Leistungsmessung und Wettbewerbe

Natürlich wollen die Schüler/innen auch wissen, wie weit sie springen können. Neben der traditionellen Form der Weitenmessung kann die Weitsprungleistung als Maßstab genommen werden (Wer schafft 50, 60 70% der dreifachen Weitsprungleistung?).

Weitere alternative Wettkampfmöglichkeiten:

- Teamspringen (Addition von Weiten)
- Ziel- oder Zonenspringen
- Handicapspringen (unterschiedliche Absprungpunkte, gemessen wird aber vom entferntesten Absprungpunkt)

 
Raumgreifende Landung Wie war das noch
gleich mit der raumgreifenden Landung ?


 

TIPP
Dreisprung-Einführung Klasse 9-13

 

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